„Man entwickelt sich nicht durch Abschottung weiter“

Fünf Fragen an Andreas Grunszky

Fünf Fragen an Andreas Grunszky

Andreas Grunszky, CEO und Gründer der Beeftea group, über den digitalen „Meet the Beef – Trend Talk“ vom 10. bis 20. Dezember 2020, die Grenzen des Machbaren, wonder.me, und Klasse statt Masse.

Timothy Aldrich, Trainee Communications, GCB: Das Motto der Veranstaltungsreihe lautet “Digital Events, was nun? Was geht – was nicht?” Sicherlich geht es dabei nicht ausschließlich um technische Limits, sondern auch konzeptionelle und inhaltliche Überlegungen. Wo sehen Sie diese Limits?
Bis auf physische Begegnungen und die Ansprache bestimmter Sinne kennt ein digitaler Event kaum Grenzen des Machbaren: die visuelle Begegnung aller Teilnehmer, denn alle Teilnehmer sehen alle Teilnehmer und jeder kann mit jedem sprechen oder das Emotionalisieren etc. Um bestimmte Dinge zu erreichen, bedarf es jedoch eines gewissen Budgets. Und manchmal eines höheren Budgets, was bestimmte Machbarkeiten ausschließt.

Christian Funk, Redakteur, tw tagungswirtschaft: Seit Corona gibt es sehr viele virtuelle Event-Formate, die meisten sind kostenfrei für die Teilnehmer*innen. Warum “verschenken” Sie Ihren Trend Talk? Hatten Sie überlegt, diesen zu bepreisen?
Nein, das kam für uns nicht in Frage. Wir wollten allen Verantwortlichen aus der MICE-Industrie, also sowohl Corporates, Agenturen und anderen Dienstleistern von Beginn an eine kostenfreie Plattform zum Wissenstransfer und Austausch bieten. Wir sehen den Austausch innerhalb der MICE-Branche, auch den Wettbewerbern gegenüber als unsere Philosophie an. Denn man entwickelt sich nicht durch Abschottung, sondern durch den Austausch weiter. Diese Philosophie ist nicht neu, wenn man sich das Konzept der Coworking-Spaces anschaut.

Sina Goy, Online-Redaktion, tw tagungswirtschaft: Das Event Manager Forum wird zum „Meet the Beef – Trend Talk“. Gibt es grundlegende Änderungen des Formats oder was hat Sie dazu bewogen, den Namen zu ändern?
Das Event Manager Forum (EMF) und der „Meet the Beef – Trend Talk“ sind zwei unabhängige Formate. Beim EMF ist Beeftea einer von vier Veranstaltern, beim Meet the Beef – Trend Talk alleiniger Veranstalter. Das Team des EMF hatte ursprünglich überlegt, eine Fortführung im Dezember umzusetzen. In einer Abstimmung unter den Partnern hat man sich letztendlich dagegen entschieden, so dass Beeftea gemeinsam mit einer technischen Unterstützung durch BTL Veranstaltungstechnik eine Fortführung des Meet-the-Beef-Formats im Dezember plant.

Martina Neunecker, Head of Communications, GCB: Welches neue Tool – ob Hard- oder Software – zur Umsetzung digitaler Events ist Ihr persönlicher Favorit und warum?
Aktuell ist es wonder.me, da hier ein spontaner One:One oder One:Many-Videocall gemacht werden kann. Das Programm ist der Situation nachempfunden: Man kommt in einen Raum, in dem sich bereits andere Menschen befinden, die sich unterhalten. Also ähnlich wie bei einem Get-together. Hier schaut man sich zunächst um, wen man kennt und geht dann zur Person oder der Gruppe hin und beginnt ein Gespräch. Und genau diese Situation wird durch wonder.me virtuell abgebildet.

Kerstin Wünsch, Chefredakteurin, tw tagungswirtschaft: Beim Event Manager Forum im Juli hatten Sie gut 6.000 Teilnehmer*innen. Glauben, Sie beim Trend Talk so kurz vor Weihnachten ähnlich viele Teilnehmer*innen mobilisieren zu können?
In erster Linie geht es uns weniger um Masse, sondern eher um Klasse. Sprich relevanten Content. Wir glauben aber auch, dass der Dezember trotz der Kurzfristigkeit gut gewählt ist, da hier der Lock-down noch anhält und die Menschen durch die abgesagten Veranstaltungen – und hier insbesondere die Weihnachtsfeiern – mehr Zeit im Vergleich zum Januar haben werden. Denn dann werden voraussichtlich wieder die Restaurants offen sein, und es werden zahlreiche digitale Jahresauftaktveranstaltungen laufen. So dass unsere Zielgruppe hier weniger Zeit haben wird.

https://www.beeftea-group.de/meet-the-beef