„Alle Preisträger sind Gewinner“

“Give me 5” - Fünf Fragen an Barbara Klepsch

Barbara Klepsch, Staatsministerin im Sächsischen Staatsministerium für Kultur und Tourismus, Foto: Christian Hüller

Fünf Fragen an Barbara Klepsch, Staatsministerin im Sächsischen Staatsministerium für Kultur und Tourismus, über den bundesweit einmaligen Wettbewerb "Denkzeit Event", über Mut und Kreativität in der Krise.

Timothy Aldrich, Trainee Communications, GCB: Mit dem Wettbewerb Denkzeit Event haben Sie der Eventbranche in Sachsen auch von politischer Seite einen Impuls zur Entwicklung neuer Formate und Konzepte gegeben. Mit einem Blick auf Ihre Erfahrungen aus den letzten Monaten sowie den im Wettbewerb eingereichten Ideen: Wie müssen Veranstaltungen in den kommenden 12 Monaten aussehen, um sowohl sicher als auch erfolgreich zu sein?
Wir werden mit Auflagen, Hygiene- und Abstandsregeln auch in den kommenden Monaten leben müssen und hoffentlich mit dem Mut, den Ideen und der Kreativität der Veranstalter zusammen mit der Rücksichtnahme des Publikums diese Zeit überstehen.

Christian Funk, Redakteur, tw tagungswirtschaft: Lösungen statt Forderungen ist das Gebot für den Wettbewerb. Ein toller Ansatz, wie wir finden. Wie ist das Feedback, aus welcher Richtung kommen die Einreichungen und gibt es konkrete Lösungsvorschläge, die Sie uns schon nennen können?
Lassen Sie mich hier mit einer interessanten Zahl antworten: Rund 45 Prozent der Angebote sind hybride Veranstaltungen, das heißt Veranstaltungen mit digitaler Ergänzung. Vielleicht hat der Wettbewerb damit auch den Weg geebnet, neues Publikum für so manches Angebot zu gewinnen.

Sina Goy, Online-Redaktion, tw tagungswirtschaft: Nach welchen Kriterien werten Sie die Projekte des “Denkzeit Event” Wettbewerbs aus?
Nicht das höchste Preisgeld war die beste Idee. Die Höhe des Preisgeldes war ebenso an den finanziellen Aufwand der Veranstaltung, die Größe bzw. den Corona-bedingten Mehrbedarf gekoppelt, so dass ganz viel Kreativität in allen Preiskategorien von 1.000 bis 50.000 Euro steckt.

Martina Neunecker, Head of Communications, GCB: Die Einreichungsfrist für “Denkzeit Event” ist vor knapp zwei Wochen abgelaufen. Wir sind neugierig: Können Sie uns schon einen ersten Einblick gewähren, in welche Richtung die Ideen und Konzepte der Wettbewerbsteilnehmer*innen gehen?
Die Bewerbungen spiegelten die gesamte Vielfalt der Branche wider. Rund 43 Produzent kamen aus dem Musik- und Konzertbereich, rund 11 Prozent waren dem Bereich Märkte und Feste zuzuordnen, über ein Viertel stellten Film-, Kunst-, Kino und Kulturveranstaltungen, Themenführungen, Wanderungen oder Kirchliche Veranstaltungen dar. Rund 9 Prozent waren dem Bereich Darstellende Kunst/Theater zuzuordnen, rund 4 Prozent umfassten Ausstellungskonzepte, 3 Prozent kamen aus dem Bereich Messen und Kongresse, 2 Prozent stellten Konzepte für Sportveranstaltungen dar.

Kerstin Wünsch, Chefredakteurin, tw tagungswirtschaft: Mit Ihrem Wettbewerb gehen Sie einen bundesweit einmaligen Weg. Wie sind die Reaktionen Ihrer Kolleg*innen aus den anderen Bundesländern? Wird es Nachahmer*innen geben?
Bislang kenne ich noch keine Nachahmer. Ich kann dieser Art des Wettbewerbs aber nur weiterempfehlen. Das Schöne ist, alle Preisträger sind Gewinner. Ein weiterer Pluspunkt: Das Volumen für alle eingereichten Vorhaben liegt insgesamt bei rund 13 Millionen Euro. Gekoppelt mit dem Preisgeld können diese mit einer Art Hebelwirkung nun in der nächsten Zeit der Branche im gesamten Land zugutekommen.

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