COVID-19: Hallen und Hotels als Krankenstationen

Beispiel Wuhan International Conference and Exhibition Center

Wuhan International Conference and Exhibition Center im Februar 2020

Mit einem Krankenhaus-Notfallplan macht sich Deutschland für den Höhepunkt der Corona-Krise bereit: Hallen und Hotels sollen zu Krankenstationen umgebaut werden. In Berlin soll ein Krankenhaus für Covid-19 Patienten auf dem Messegelände entstehen. Wien und die Messe Wien machen vor, wie es geht.

Die Bilder aus dem chinesischen Wuhan könnten in deutschen Städten Wirklichkeit werden: Am 4. Februar 2020 bauten dort Arbeiter das Wuhan International Conference and Exhibition Center zu einem provisorischen Krankenhaus um. Angesichts exponentiell steigender Zahlen an Corona-Infizierten haben Bund und Länder am 17. März 2020 einen Notfallplan für Krankenhäuser beschlossen. Der Notfallplan sieht vor, Hallen und Hotels zu Krankenstationen und Behandlungszentren für leichtere Fälle umzurüsten, um die Krankenhäuser zu entlasten. „Die Länder sollten mit den Kliniken in ihren Bundesländern, die über Intensivkapazitäten verfügen, Pläne erarbeiten, um dieses Ziel durch den Aufbau provisorischer Intensivkapazitäten zu erreichen", heißt es in dem „Grobkonzept Infrastruktur Krankenhaus“. Das berichtet der Spiegel am 17. März 2020. Deutschland verfügt derzeit über ungefähr 28.000 Intensivbetten.

In Berlin soll ein Krankenhaus für bis zu 1.000 COVID-19-Patienten auf dem Gelände der Messe Berlin entstehen. Das kündigte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci an, so der RBB. Das Krankenhaus sei als Ergänzung zu bestehenden Notfallkliniken gedacht und solle helfen, Engpässe zu vermeiden. Es handle sich laut Kalayci um eine „Vorsorge- und Vorsichtsmaßnahme“. Das Krankenhaus wird in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr errichtet. Projektleiter werde Albrecht Bromme, ehemaliger Landesbranddirektor und THW-Präsident.

Das Messegelände hier durchaus eine Option sind, meint Uta Goretzky, Executive Director der International Federation of Exhibition and Event Services (IFES). „Messebau-Unternehmen könnten den Ausbau übernehmen, Möbelverleih, Caterer, AV-Unternehmen sich entsprechend einbringen, und die wirtschaftlichen Folgen der Messeabsagen würden für diese Unternehmen zumindest zeitweilig deutlich gemildert.“ Die Idee ist nicht neu: In der Flüchtlingskrise 2015 kamen beim Aufbau temporärer Aufnahmelager wie in Tempelhof Berlin und dem ICC Berlin ebenfalls Event-Professionals zum Einsatz.

„Die Kollegen aus Wien machen das schon genauso und nutzen vorhandene ‚Event‘-Ressourcen“, berichtet Sabine Funk, Geschäftsführerin des Internationalen Bildungs- & Trainingszentrums für Veranstaltungssicherheit (IBIT). Die Stadt Wien baut bereits die Messehalle A in Wien-Leopoldstadt zur Krankenstation um. 880 Betreuungsbetten werden hier ab Montag, 23. März 2020 bereitstehen. Das hatte Bürgermeister Michael Ludwig zehn Tage zuvor angekündigt.