Wie es unseren Kollegen in Österreich geht

Vega Sternwarte Salzburg

Vega Sternwarte Salzburg

Gerne nutze ich die Möglichekiet, um aus Österreich und von der Eventlocation Vega Sternwarte Salzburg zu berichten. Am 10. März waren wir mitten in der Vorbereitung auf ein größeres Event einer deutschen Bank für den 11. März mit 90 Teilnehmern und zugleich gab es an diesem Tag eine Veranstaltung für Lehrer mit 80 Teilnehmern in Kooperation mit dem Ars Electronica Center Linz.

Mittags wurde nach einer Pressekonferenz in Österreich verkündet, dass ab sofort max. 100 Teilnehmer bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen zugelassen sind. Zwei Stunden später war die Veranstaltung des Folgetages storniert und zur Lehrerveranstaltung kamen auch nur mehr 20 Teilnehmer. Seit diesem Tage sind alle Veranstaltungen mindestens bis Ende Juni storniert oder verschoben worden. Mehr noch wurden aber auch Veranstaltungen im zweiten Halbjahr auch bereits abgesagt oder Anfragen nicht realisiert. From Hero to Zero!

Am 16. März wurde dann die Vega Sternwarte Salzburg behördlich geschlossen. Dieser Zustand dauert bis heute an. Seit 1. Mai dürfen sich in Österreich wieder bis zu 10 Personen versammeln, wenn eine betriebliche Notwendigkeit dafür besteht. Weitere Informationen sind derzeit für die Veranstaltungsbranche nicht zu bekommen. Mitte Mai sollen weitere Informationen folgen. Die Planungsunsicherheit bringt es mit sich, dass es nur versprengte Anfragen gibt und die meisten Argumentationen folgen allgemeinen Restriktionen, die voraussichtlich über das Jahr 2020 hinaus bestehen werden.  #Abstand halten, Mundschutz tragen und Hygienevorschriften beachten.#

Der Abstand folgt derzeit wohl den Abständen, die in Einkaufscenter gültig sind und das wären 10qm pro Teilnehmer. Was das für bestimmte Eventlocations bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen. Solche Locations müssen aus ihren inneren Werten neue Produktlinien schaffen, denn ein wirtschaftlicher Betrieb von kleinen Eventlocations wird damit unmöglich. Gerade diese kleinen Locations sind aber oft diejenigen, die Content und Kreativität bringen; in denen man schon ob des Story-Tellings der Location eine Veranstaltung nicht mehr vergisst!

Dazu kommt, dass sich mit dem Zwang der digitalen Meetings viele nun an Online-Meetings gewöhnen. Ein Online-Meeting kann nur schwer die Körpersprache vermitteln, die von Menschen für die gesamte Kommunikation benötigt wird. Dennoch scheint es, dass auf die „ganze Breite der Kommunikationsmöglichkeiten“, und das ist Face-2-Face, künftig in größerem Maße verzichtet wird.

Von den Binsenweisheiten zur Realität. Natürlich kann ich als Beispiel einer kleinen Themenlocation von der Vega Sternwarte berichten und es ist im Grunde auch eine positive Geschichte, weil künftig noch mehr die grundsätzlichen Wertigkeiten einer Location und deren Dienstleistungen zählen. Wir stützen uns schon seit Beginn auf Edutainment und Infotainment, weniger auf Entertainment. Unterhaltsame Wissensvermittlung ist im Moment genau das, was Firmen sich wünschen und dafür stehen wir. Im Grunde ist Corona ein Turbo für unser Konzept und zugleich schwierig, was die Kapazitäten betrifft.

Also haben wir jetzt ein Programm entwickelt mit Edutainment und Planeten-Catering inkl. Planetenpralinen außer Haus zu gehen. Die ersten Reaktionen sind sehr vielversprechend und wir denken, dass wir uns damit retten können. Diese Möglichkeiten hat nicht jeder und damit ist aber auch heute schon klar, dass die Landschaft der Eventlocations in Österreich stark ausgedünnt werden wird. Alle, die nur mit Events im eigenen Haus ihr Geschäft bestreiten müssen werden vor fast unüberwindliche Hürden gestellt.

Ach ja, und der eine oder andere Leser wird sich Fragen: "Gibt es denn keine Hilfe vom Staat?" Solche Fragen sind heikle Fragen, denn die Antwort lautet: Versprechen sind da, aber wir leben in einem Rechtsstaat. Konkret geht es um das Epidemiegesetz aus 1950, das Verdienstentgänge bei betrieblichen Schließungen auf Grund von Pandemien regelt. Ja, sie haben richtig gelesen: "Verdienstentgänge" und zwar fortgeschriebene Verdienstentgänge. Nachdem dieses Recht der Regierung in Österreich aber zu teuer kommen würde, haben sie es nach 70 Jahren einfach durch einen neuen Erlass außer Kraft gesetzt. Im Grunde ein Skandal, denn für den Großteil des Schadens müssen im Endeffekt die Unternehmer und Ihre Mitarbeiter zahlen!

Und dann bleibt zum Schluss eine Frage an unsere deutschen Freunde: „Um wieviel Prozentsatz sind die letalen Fälle der Grippesaison 19/20 #INKL. CORONA# gegenüber der Grippesaison 18/19 in Österreich gestiegen?“ Die Antwort lautet – Stand 7. Mai 2020 – gar nicht. Es gab in der Grippesaison 2018/2019 mehr Grippe-Tote als 2019/2020 inkl. der Corona-Fälle* (*Angabe der AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH). Derzeit haben wir die höchste Arbeitslosigkeit nach dem 2. Weltkrieg und 93 % Kurzarbeit in der Touristik in Österreich.

Ich schließe mit positiven Aussichten. 2020 werden viele Österreicher und Österreicherinnen, genauso wie viele Deutsche einen Gratis-Nachhilfekurs in Sachen Heimatkunde bekommen und durch das Bewusstsein für mehr Hygiene gegen die Übertragung von Viren, bin ich mir sicher, dass wir innerhalb von 2 Jahren weltweit mehr Menschen vor dem Grippetot retten werden, als es Corona-Tote in den letzten 5 Monaten gegeben hat.

In diesem Sinne: Abstand halten, Namaste und in die Beuge niesen.

Alfons Weissenbacher
Geschäftsführer Choros Concept GmbH
Betreiber der Eventlocation VEGA Sternwarte Salzburg