Corona-Studie und Meeting- & EventBarometer 2019/2020

Corona-Pandemie verändert nachhaltig Volumen und Struktur des Marktes

EITW / GCB / EVVC / DZT

Die deutsche Tagungs- und Kongressbranche blickt zurück auf ein weiteres Rekordjahr mit steigenden Teilnehmerzahlen, so belegen es die Daten des neuen Meeting- & Eventbarometers 2019/2020: Rund 423 Millionen Menschen nahmen an Tagungen, Kongressen und Events in den deutschen Veranstaltungsstätten teil. Das bedeutet einen Zuwachs von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt gleichzeitig ein neues Allzeit-Hoch dar. Die Zahl der Veranstaltungen blieb mit 2,89 Millionen verglichen mit dem Jahr 2018 konstant. Initiatoren der Studie sind der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC), das GCB German Convention Bureau e.V. und die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT). 2020 haben die Partner bereits zum 14. Mal das Europäische Institut für TagungsWirtschaft (EITW) beauftragt, den Veranstaltungsmarkt zu beleuchten.

Die Corona-Pandemie hat allerdings auch auf die Veranstaltungsbranche massive Auswirkungen. Das EITW untersuchte diese Auswirkungen auf den Veranstaltungsmarkt in Deutschland und zeigt anhand verschiedener Zukunftsszenarien auf, wann und unter welchen Voraussetzungen mit einer Erholung des Marktes gerechnet werden kann.

Das erste Szenario nimmt an, dass der Höhepunkt der Corona-Pandemie zwischen Juni und August 2020 erreicht sein wird. Die Erholung der Branche könnte ab September beginnen. Träfe dies zu, fänden im gesamten Jahr nur 33 Prozent aller ursprünglich geplanten Veranstaltungen statt. Nach der Lockerung der aktuellen Auflagen und einer schrittweisen Zulassung von Veranstaltungen würden die kleinen Veranstaltungen diesem Szenario zufolge am schnellsten zunehmen und könnten sich bis zum Dezember 2020 erholen. Die mittelgroßen Veranstaltungen würden einen längeren Zeitraum bis zur Erholung benötigen: Sie tendieren im Februar 2021 zurück zum Ausgangspunkt vor Corona. Die Erholung großer Veranstaltungen würde die längste Zeit in Anspruch nehmen: Für sie ist eine Normalisierung im Frühjahr (April/Mai) 2021 wahrscheinlich.

Das zweite Szenario geht davon aus, dass erste Veranstaltungen nicht vor Dezember 2020 stattfinden können. Damit käme es für das gesamte Jahr zu einem Ausfall von 9 von 10 Veranstaltungen. Die damit verbundenen Verluste wären auch im Folgejahr spürbar, da mit einer Erholung des Marktes auf sein ursprüngliches Niveau nicht vor Mitte 2021 zu rechnen wäre. Kleinere Veranstaltungen könnten schneller wieder stattfinden, aber auch sie würden aufgrund des langen Lockdowns für eine Normalisierung bis hinein in das Frühjahr 2021 benötigen. Für mittelgroße Veranstaltungen würde gemäß diesem Szenario mit einer Normalisierung ab dem Sommer 2021 zu rechnen sein. Mit einer Erholung für Großveranstaltungen wäre hingegen nicht vor dem Herbst 2021 auszugehen. In beiden Szenarien wurde zusätzlich der Wiedereintritt internationaler Teilnehmer*innen in den Markt berücksichtigt, die 2019 einen Anteil von rund 10 Prozent aller Teilnehmer*innen an Veranstaltungen in Deutschland ausmachten.

Ausführliche Informationen zu den Studienergebnisse sind auf der Website des GCB verfügbar.

https://www.gcb.de/de/trends-inspiration/meeting-eventbarometer.html