"Das Team des CCH wird bereit sein"

"Give me Five": Fünf Fragen der eventcrisis.org-Redaktion an Heike Mahmoud

Heike Mahmoud, Chief Operating Officer, CCH

Heike Mahmoud, CMP, ist Chief Operating Officer des Congress Center Hamburg CCH. Für die Interviewreihe “Give me Five” beantwortete sie fünf Fragen der fünfköpfigen eventcrisis.org-Redaktion.

Timothy Aldrich, Trainee Communications, GCB:
Mit der aktuellen Corona-Krise hat sich sicherlich auch das Sicherheitsgefühl der Menschen verändert. Welche Möglichkeiten sehen Sie bei der Revitalisierung des CCH und in der Planung zukünftiger Veranstaltungen, diesem Anspruch gerecht zu werden?
Heike Mahmoud: Die Ausstattung des CCH ist sehr flexibel geplant und wartet mit einer großzügigen und vielfältigen Flächenaufteilung auf. Ein hohes Maß an Flexibilität ist unsere Philosophie, um erstens die ständig steigenden Kundenwünsche erfüllen zu können und zweitens natürlich auch den zukünftig erhöhten Sicherheitsstandards Rechnung zu tragen. Somit können wir Raum für neue Event-Formate bieten und z.B. ohne Probleme die neuen Sicherheitsabstände und –regeln einhalten. Unser Angebot wird eine Symbiose aus Know-how der Mitarbeiter, neuestem technischen Equipment und aktuellen Sicherheitsstandards sein.

Christian Funk, Redakteur, tw tagungswirtschaft:
„Das neue CCH“ war bereits vor der Corona-Krise virtuell abgebildet, Sie nutzten Virtual-Reality-Rundgänge zur Vermarktung. Können Sie das VR-Modell des CCH jetzt nutzen, um virtuelle Veranstaltungsformate anzubieten?
Heike Mahmoud: Unsere virtuellen Tools haben uns bisher hervorragend geholfen, unseren potentiellen Kunden das Raumkonzept des neuen CCH zu zeigen und erlebbar zu machen. Für unsere Kunden ist es eine große Hilfe, die Räume und Flächen virtuell zu erleben und sich somit mit unserem Gesamtangebot vertraut zu machen. Wir arbeiten gerade an einer neuen Webseite, die zusätzlich noch viele weitere, innovative Dienstleistungen integrieren wird. Die Vielfalt der verschiedenen Säle, Flächen und Foyers können somit für die verschiedensten Veranstaltungsformate leichter und effizienter geplant werden. Natürlich ist auch geplant, noch neue, digitale und VR-Tools einzusetzen.

Ronja Heise, Online-Redaktion, tw tagungswirtschaft:
Vielfach wird davon ausgegangen, dass die Veranstaltungsbranche nach der aktuellen Corona-Krise völlig anders aussehen wird. Was denken Sie dazu, was sind Ihre Erwartungen?
Heike Mahmoud: Die Herausforderungen für unsere Branche sind enorm und wir werden durch die aktuellen Ereignisse regelrecht gezwungen, neu zu denken und unsere Ressourcen anders einzusetzen. Digitale Lösungen stehen dabei an erster Stelle. All das wird nach meiner Einschätzung die Veranstaltungsbranche so verändern, dass
>> zu jedem Kongress und zu jeder Tagung zunehmend digitale Ergänzungen im Programm zum Einsatz kommen oder, dass sie gleich als Plan B oder als Hybrid-Meeting geplant werden – Ziel ist es, noch gezielter und intensiver neue Zielgruppen anzusprechen und den Radius zu erweitern.
>> Veranstaltungen zu „Sustainable Events“ werden. Andere Lösungsansätze, die nicht auf die 17 UN Sustainable Development Goals einzahlen, haben keine Zukunft mehr.
>> kreative Event Designs, neue Sicherheits-, Gesundheits- und auch Wohlfühl-Konzepte für die Teilnehmer für viele neue, innovative Lösungen sorgen werden.
Grundsätzlich glaube ich aber, dass der Wunsch, sich direkt mit Menschen zu treffen und auszutauschen nach der lange unfreiwilligen Isolation vieler eher zugenommen als abgenommen hat. Die Coronakrise verdeutlicht auf tragische Weise den hohen Stellenwert der persönlichen Begegnung.

Martina Neunecker, Head of Communications, GCB:
Momentan ist Corona DAS prägende Thema der Veranstaltungswelt - doch diese Krise wird überwunden werden. Wenn Sie in fünf Jahren auf das Jahr 2020 zurückblicken, welches Fazit würden Sie dann gerne ziehen können?
Heike Mahmoud: Die globale Business Events Industry hat ein neues Mind-Set entwickelt, d.h. wir haben neue Strategien erarbeitet, bei denen der Sinn von Kongressen, Meetings und Events viel mehr im Mittelpunkt steht. Nachhaltigkeit, Qualität und Sicherheit sind Grundvoraussetzungen für die Planung und Umsetzung von Veranstaltungen. Alles was wir als Branche tun, erfährt in der globalen Welt eine neue Wertschätzung, unsere Industrie ist ein entscheidender Partner für Regierungen, Verbände und Unternehmen in der Umsetzung innovativer Entwicklungen – wir sind aktiver Bestandteil und bieten die Plattform für Wissenstransfer, um die vielfältigen Herausforderungen in der Welt zu lösen. Das schaffen wir durch persönlichen Austausch, aber auch durch Hybrid-Meetings und neue, digitale Lösungen. Wir werden gemeinsam unsere Ziele in viel kürzerer Zeit umgesetzt haben als jemals zuvor.

Kerstin Wünsch, Chefredakteurin, tw tagungwirtschaft:
Das CCH - Congress Center Hamburg wird gerade für 230 Millionen Euro revitalisiert und soll im August 2020 eröffnen. Wird das trotz der Coronakrise gelingen, und was ist Ihre größte „Baustellen“-Herausforderung?
Heike Mahmoud: Die derzeitige Situation ist in der Tat eine Herausforderung, auch für die CCH-Baustelle, die von der Freien und Hansestadt Hamburg betreut und gemanaged wird. Dies betrifft nicht nur die Einhaltung des Zeit- und Budgetplans, sondern auch den Know-how-Transfer und die Qualitätskontrolle der einzelnen Gewerke im Bauablauf. Das neue CCH wird ein hoch-komplexes Gebäude mit speziellen Anforderungen für die Planung und Durchführung jeder Art von Veranstaltungen. Die Pandemie wird die Bandbreite der Kundenwünsche in Zukunft verändern und unser Team wird bereit sein: für die Umsetzung neuer Kongress- und Event-Formate, Hybrid-Meetings oder auch neue Sicherheitskonzepte. Unser Ziel ist es, Teil der Lösung für unsere Kunden und unsere Branche zu sein, sodass auch in Zukunft die Veranstaltungen im neuen CCH persönlich, hybrid, digital, nachhaltig und emotional sein können.